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Cashew-Trockenaprikose-Nascherei


Habt Ihr Lust auf Süßes ohne Zucker? Diese Bällchen kommen nur mit drei Zutaten aus, die ich immer da habe. Gefunden habe ich das Rezept in einem Kochbuch von Jamie Oliver.

  • 200 g Cashewkerne
  • 80-100 g Trockenaprikosen
  • 1-2 cm frische Ingwerwurzel geschält

Zuerst werden die Cashewkerne im Mixer klein gemalen, bis sie pulverig und krümelig sind.

Danach gebe ich die Trockenaprikosen und die Ingwerstückchen dazu und manchmal pimpe ich das Rezept auch mit etwas Smoothiepulver ;-).

Jetzt kann die Menge ungefähr eine Minute bei höchster Mixerstufe zu einem klebrigen Teig verarbeitet werden. Ich fülle ihn danach auf einen tiefen Teller und forme erst einmal einen großen Teigball daraus. Mit den Händen lasse ich dann so ungefähr 50 bis 60  viele kleine Energiebällchen entstehen.

 

Sie sind drei bis 5 Tage im Kühlschrank haltbar, wenn sie nicht vorher schon gegessen werden. Wie immer könnt Ihr hier mit der Menge der Trockenaprikosen den Süßegrad selbst bestimmen.

Guten Appetit!

August 2019

Was Naturfriseure und Haarpraktiker leisten

 

Heute war ich endlich bei einer Naturfriseurin. Bis vor anderthalb Jahren wusste ich auch noch nicht, dass es „so etwas“ gibt. Ich erfuhr davon in einem anderen Rohkostblog. Wie cool ist das bitteschön: eine verantwortungsbewusste Alternative zum kommerziellen und chemieüberlasteten Mainstream.

Eigentlich hatte ich mich ja mit der Rohkost beschäftigen wollen, begann aber gleichzeitig auch, darüber nachzudenken, ob ich weiterhin meine Haare chemisch färben wollte.

Wenn ich schon meine Haare chemiefrei (Roggenmehl-Wasser-Gemisch und Apfelessig-Spülung) wasche, bringt es doch nichts, wenn ich sie mit Chemie färbe. Ich suchte mir ein Natur-Produkt auf rein pflanzlicher Basis aus, mit dem ich seither meine Haare erfolgreich färben kann. Gleichzeitig ist diese Haarfarbe auch eine regelmäßige Kur für die Haare.

Was ich nun brauchte, war ein neuer Haarschnitt. Also gab ich bei einer großen bekannten Suchmaschine „Naturfriseur“ ein und wurde fündig. Sie nennen sich manchmal auch Haarpraktiker. Da die Nachfrage immer größer wird, habe ich 2 Monate auf meinen Termin gewartet.

Wer zum ersten Mal zu einem Naturfriseur geht, ist meistens schon in großer Not. Herkömmliche chemische Haarfärbemittel haben zu Allergien, Hautausschlag und Haarausfall geführt. Hier leisten die Naturfriseure große Missionarsarbeit in ihrem Anamnesegespräch.

Sie schaffen das Bewusstsein dafür, was die Menschen sich und ihren Körpern zuführen. Was sie essen, wie sie leben, wie sie sich pflegen.

Im Vorfeld hatte ich schon erzählt, wie ich meine Haare wasche und pflege. Ich war überrascht, dass diese Naturfriseurin mir anbot, mein „Shampoo“ mitzubringen. Alternativ hätte ich die Haare auch zuhause waschen und dann zu ihr kommen können.

Ich entschied mich dafür, auch einmal ihr Angebot zu testen. Allein schon der Friseursalon ist anders als man es kennt. Entspannungsklänge im Hintergrund, alternative Bücher und Zeitschriften und eine Einrichtung aus Holz und angenehmen Farben. Diese Haarpraktikerin ist gleichzeitig Farbberaterin. Sie hat mich gefragt, welche Farbe mein Umhang heute haben soll. Ja, wirklich! In ihrem Schrank hängen Friseurumhänge in allen Farben!

Während der Haarschneideprozedur wollte ich mehr wissen. Sie ist ausgebildete Friseurin und hat vor ca. 13 Jahren auf komplette Natur-Produkte umgestellt. Aber sie darf zum Beispiel keinen Azubi einstellen, weil im Lehrplan der Ausbildung auch Dauerwellen und Chemiehaarfarben durchgenommen werden. Diesen Teil des staatlich und IHK-vorgegebenen Inhaltes kann (und möchte) sie nicht anbieten.

Nachwuchs in dieser Branche kann also nur von klassisch ausgebildeten Friseuren kommen, die umdenken und umsatteln. Die Nachfrage nach alternativen Friseuren wird immer größer. Ihr Umsatz steigt insbesondere in den letzten Jahren immer mehr an und manche Kunden warten sehr lange auf ihren Wunschtermin.

Und wen ich nun inspirieren konnte, sich auch um seine Haare bewusster zu kümmern, der kann hier nachschauen, wo sein nächster Natufriseur ist:

http://www.naturfriseursuche.de/

Keimlinge und Sprossen – einfach mal anfangen

Sprossen und Keimlinge auf unserer Fensterbank

Immer, wenn wir Besuch bekommen, staunen unsere Gäste über die vielen Gläser mit Keimlingen und Sprossen vor unserem breiten, sonnigen Küchenfenster.

Seit mehr als einem halbem Jahr frühstücken mein Mann und ich Sprossensalate. Kein Brot oder Brötchen, kein Müsli, keine Cornflakes. Für Viele ist das unvorstellbar und hört sich gar nicht lecker an. Naja, bei uns hat die Umstellung auch zwei Jahre gedauert. Nach und nach sind wir das unnötige, pappsatte Gefühl nach dem Essen von stärkehaltigen Bäckereiprodukten, Kartoffeln, Nudeln oder Reis losgeworden. Wir empfinden es schon als unangenehm und es liegt uns schwer im Magen. Noch dazu haben wir danach recht schnell wieder Hunger. Schließlich haben die Zellen keine Nährstoffe bekommen und wollen neue Nahrung.

Inzwischen wollen wir auf den morgendlichen Sprossensalat nicht mehr verzichten. Er sättigt gut, macht wach und bringt viel Energie. Wir sind absolut von Geschmack, Inhalt und Wirkung dieser vitalstoffreichen und lebendigen Nahrung überzeugt. Zumal wir uns auch nach Tagesbedarf und Tageslaune unterschiedliche Kräuter und Gewürze hineinmischen können.

Irgendwann hatte ich mal mit einem Keimglas angefangen und Mungbohnenkeimlinge gezogen. Ca. 100 Gramm tat ich in ein Keimglas und übergoss es am Abend mit Filterwasser. Am nächsten Morgen waren die Samen größer und das Wasser leicht grünlich geworden. Ich habe es abgegossen und die Samen so lange gespült, vielleicht 2-3 mal, bis das Wasser klar war. Ab da habe ich die Samen zwei mal pro Tag, also morgens und abends gespült. Immer so nach Gefühl zwei bis vier mal, bis das Wasser jeweils wieder klar war. Mungbohnen keimen schon ziemlich schnell und man darf sie nach 2 Tagen schon essen. Spätestens nach 6 oder 7 Tagen sollte die Portion aber konsumiert sein, weil sie sich dann schon lila verfärben und die ersten Blätter kommen.

Buchweizen hat eine Besonderheit. Hier ist viel Stärke drin und die macht das Wasser nach einer Nacht zu zähflüssigem Schleim. Da muss man also viel länger spülen, bis die Stärke ausgewaschen ist. Auch an den nächsten drei bis vier Tagen ist das so. Jedes Mal ist die Flüssigkeit echt schleimig. Witzig dazu finde ich ja dieses Video hier von Roh-Vegan-Am-Limit.

Nacktgerste enthält Gluten. Auch das trübt das Wasser am Anfang sehr. Hier warte ich auch mindestens vier Tage, bevor wir davon essen. Das Schöne ist, irgendwann entsteht dann schon das hochwertvolle Gerstengras! Das kann dann sogar in den Smoothie :-).

Als Basis für die Salate verwenden wir am liebsten Berglinsen, Kichererbsen, Mungbohnen, grüne Erbsen und alle Linsensorten. Getoppt und verfeinert wird dann mit den Samen von Gerste, Buchweizen, Broccoli, Bockshornklee, Mariendistel und oder Kürbiskernen.

Natürlich kann man auch alle Getreidesorten mal versuchen, wobei ich die Sprossen da schon ziemlich lange wachsen lassen würde, damit da möglichst kein Gluten mehr drin ist. Für unsere selbstgemachten Knäcke nehmen wir zum Beispiel das Einkorn.

Ich habe damals nur ein Keimglas gekauft. Denn auch andere Konservengläser oder die von Kokosöl funktionieren mit dem grünen Abtropfsieb. Dieses Sieb schraube ich von Glas zu Glas, wenn ich spüle.

Ich hoffe, meine Ausführungen helfen Euch ein bisschen weiter und ermutigen Euch, das Ziehen von Sprossen mal selbst zu versuchen.

Schickt mir gern Eure Erfahrungen oder Fragen an: derahaeffekt@freenet.de

Eure Johanna

Rohköstlicher Lebkuchen

Rohköstlicher Lebkuchen

 

Es eröffnen nun die ersten Weihnachtsmärkte und wir freuen uns über Lebkuchen.

Um sie getreidefrei und rohköstlich herzustellen, nehme ich das Grundrezept von den Leinsamen-Knäcke, Nussplätzchen oder den Einkorn-Knäcke, und füge einfach nur das Lebkuchen-Gewürz, Carob und ein Süßungsmittel hinzu.

Kakao geht auch, enthält aber Theobromin mit koffeinähnlicher Wirkung und zum Süßen gönnen wir uns je nach Bedarf Honig, Birkenzucker oder Ahornsirup.

Für den Pfiff habe ich rohe Cashew-Schokocreme gemacht. Zwei Tassen rohe Cashew-Kerne über Nacht einweichen – wegen der Phytinsäure.

Diese mit Carobpulver und Birkenzucker süßen und zu einer Creme im Mixer pürieren.

Meine letzten Lebkuchen waren im Teig etwas dicker. Ich habe sie nicht trockenhart gedörrt. So konnte ich sie in der Mitte schneiden, Schokocreme draufstreichen und wieder zudecken.

Meine großen und kleinen Tester beim Kindergartenfrei-Saar-Lorraine-Treffen fanden diese Lebkuchen lecker und ich hoffe, Ihr auch 🙂

November 2016

Flucht in den Konsum – warum wir kaufen.

 

„Die Flucht in den Konsum“ – so konstatiert Gerald Hüther im Film „Alphabet – Angst oder Liebe“ von Erwin Wagenhofer. http://www.alphabet-film.com/

Er meint damit, dass die meisten von uns in dieser Gesellschaft für den eigenen Lebensunterhalt sehr hart arbeiten. Die Arbeitskraft wird Firmen und sogenannten ARBEITGEBERN zur Verfügung gestellt – gegen Geld. Von diesem kauft man sich dann Dinge, die zwar einerseits das Leben ermöglichen, aber andererseits auch, die das Arbeiten ermöglichen. Oft brauchen wir aber auch mehr Geld, um uns auszugleichen, zu belohnen, weil ja die Arbeit so anstrengend ist.

Halten wir fest:  Viele Dinge tun, kaufen und „verbrauchen“ wir, WEIL wir arbeiten.  Dann, um die einfachsten Dinge im Leben zu haben.

Aber wir konsumieren eben noch viel mehr darüber hinaus. Dabei auch oft verantwortungslos – ohne Gedanken an die Art der Herstellung, die Arbeitsbedingungen, Verpackung und den Transport zu uns.

Außerdem könnte man auch eine Menge Ressourcen (Geld, Zeit, Wasser, Verpackungsmüll, Strom , usw.) sparen, wenn man z.B. ich nicht täglich zu einer Arbeit ginge. Denn dann könnte man in größeren Abständen

  • neue Kleidung kaufen
  • Haare waschen
  • Wäsche waschen
  • Auto voll tanken (Überhaupt zwei Autos pro Familie zu haben, damit jeder damit zur Arbeit fahren  kann.)

Was mache ich denn nun mit dieser Erkenntnis? Kann man sich so betätigen, dass sein Tun nicht nur verantwortungsbewusst ist, sondern auch ein unmittelbar gutes Gefühl auslöst, weil es einen direkten Einfluss auf die Familie und sich hat. Ohne Umwege über Geld und Einkaufen.

Grübel…

Selbstgemachte Kräutertinkturen aus der Natur

Tinktur eingießen

Echt, wie einfach, gesund und günstig! Ich meine, dass das echt jeder machen kann…

Aber halt, in meinem ganzen Umfeld bin ich die Einzige. Früher habe ich noch nicht mal was von Heil- und Wildkräutern und Tinkturen gewusst!
Inzwischen bin ich auf der Erkenntnisstraße hier angekommen.
Wir haben unseren ersten Frühling in Frankreich – in unserem neuen Heim – verbracht. Es ist der reine Wahnsinn, wieviele unterschiedliche Wildkräuter ich in den letzten Monaten kennenlernen durfte. Dazu habe ich mir diverse Youtube-Videos angeschaut. Zwei davon findest Du ganz unten und wenn Du magst, kannst Du ja an dieser Stelle selbst weiterrecherchieren.
Hier auf unserem Gelände ging es auf jeden Fall richtig ab. Löwenzahn, Ackerschachtelhalm, Schafgarbe, Klee und Brennessel waren die essbaren Kräuter, die ich schon kannte. Aber dann kamen Vogelmiere, Gundermann (Gundelrebe), Oregano, Storchenschnabel, Knoblauchsrauke, Johanneskraut, Breitwegerich, Spitzwegerich, Sauerklee und noch mehr. Ich fragte jeden, der uns besuchte, ob er dieses oder jenes Kraut kennt. Dabei verließ ich mich darauf, dass ich immer genau zum richtigen Zeitpunkt auch das Kraut entdeckte, was gerade für meine Familie und mich wichtig war.
Es kommen all diese Wunderkräuter in unseren täglichen grünen Smoothie und ich bin begeistert von der wunderbaren und belebenden Wirkung.
Dann erfuhr ich von der Möglichkeit, die Heilwirkung in Tinkturen zu konservieren und auch für winterliche Monate verfügbar zu machen. Also gab ich im Internet die Suchbegriffe wie zum Beispiel: „Gundermann Tinktur“ ein. Und das machte ich nach und nach mit jedem Kraut, dass gerade aktuell wuchs und mir in den Blick fiel. Nach Wolf-Dieter Storl bekommt immer dann eine Pflanze meine Aufmerksamkeit, wenn ich deren Bedarf habe. „Der Garten spricht mit mir.“ Das war schon manchmal verblüffend. Zum Beispiel wuchs die ganze Zeit schon der Breitwegerich auf der großen Wiese. Aber ich nahm ihn kaum wahr. Eines Tages sah ich NUR NOCH Breitwegerich dort und schon hatte die Pflanze meine volle Aufmerksamkeit. Sofort setzte ich eine Tinktur an.
Es ist wirklich so einfach. Man nehme ein Glas mit Schraubdeckel (Honigglas, Joghurtglas, Einweckglas) und fülle es mit den Pflanzenteilen, die man möchte oder braucht. Das können Wurzel, Blätter und oder Blüten sein. Zuvor mache ich mich jedes Mal im Internet schlau und entscheide dann nach persönlichem Bauchgefühl. Es soll ja eine Heilwirkung für meine Familie und mich haben – für dieses morphogenetische Feld.
Dann übergieße ich hochprozentigen Alkohol oder Bio-Apfelessig. Letztere Variante mag ich im Moment lieber, weil ich unserem Kind keinen Alkohol zumuten möchte – auch nicht in minimalen Tinktur-Dosen. Außerdem ist der Apfelessig selbst ja schon heilkräftig und geschmacklich fein.
Alle Pflanzenteile müssen in der Flüssigkeit verschwinden, bevor der Deckel zugeschraubt wird und ein kleines Etikett drauf kommt. Hier schreibe ich das Kraut, Apfelessig und das Sammeldatum auf – gern auch noch den Sammelort.
Dieses Glas kann nun im kühlen, dunklen Bereich für 4-8 Wochen vor sich hin reifen. In dieser Zeit gibt die Pflanze ihre Heilwirkung in den Apfelessig hinein. Danach seihe ich die Kräuter ab und habe eine fertige Kräutertinktur. Nun kann ich sie tropfenweise bis teelöffelweise in ein Glas Wasser oder in den Salat geben und ohne Medikamente heilen.

 

 

Marlon von http://www.rawfuture.de

Silke Leopold

 

Wie sich durch unser Kind unser soziales Umfeld fast komplett geändert hat

Naja, eigentlich könnte ich hier anfangen, ein ganzes Buch zu schreiben. Kinder spiegeln ihre Eltern.  Mir ist also klar, dass unser Sohn (4,5 Jahre alt) nicht nur sein eigenes Seelenleben mitgebracht hat, sondern auch ungefiltert aufnimmt, was Mama und Papa unbewusst aussenden. Ist er ein Sonnenschein – fein, alle wollen mehr davon!

Weint oder schreit er gar sehr laut, urteilen Mitmenschen, er müsste erzogen werden. Dabei zeigt er nur, dass hier eine Dissonanz der Schwingungen vorliegt und wir schauen dürfen, wo sie her kommt. Besser noch, wie sie wieder ins Gleichgewicht kommt.

 

Wir hatten uns schon vor der Geburt entschieden, unserem Sohn die Ruhe und Zeit zu geben, die er braucht, um auf dieser Welt anzukommen. Die ungarische Kinderärztin Emmi Pikler (1902-1984) hat uns sehr inspiriert. Wir kauften ihre Bücher und sahen Dokumentationen auf Youtube an.  Niemand in unserem alten Bekannten- und Freundeskreis hatte je von ihr gehört.  Wenn wir uns mit Freunden treffen wollten, baten wir sie, lieber zu uns zu kommen, anstatt selbst ständig irgendwohin zu fahren. Unser Baby musste erstmal mit allem klar kommen: Helligkeit, Schwerkraft, Lautstärke, Räume, Abhängigkeit in der Versorgung …

Wir wollten die Eltern-Kind-Bindung haben und formulieren unseren Wunsch genau so! Diese Bindung sollte gestärkt werden indem der Kleine unseren Herzschlag spürt, unsere Stimmen hört, unsere Gerüche aufnimmt. Wir gaben unser Baby bei Treffen nicht reihum in andere Arme, weil wir glaubten, dass es überreizt werden würde.

Wir waren die Ersten, die plötzlich kindzentriert lebten und es auch begeistert und überzeugt erklärten. Das widersprach so ziemlich allen klassischen Erziehungsmodellen und Glaubenssätzen. Man äußerte sogar die Befürchtung, dass unser Kind ein Weichling werden würde!

So kam es, dass zumindest die, die selbst Kinder hatten, sich tatsächlich kritisiert fühlten.  Wir hatten gehofft und erwartet, dass sie das verstehen würden – so wie wir es verstanden ;-). Es ergab sich, dass sich nach und nach immer mehr „Freunde“ zurückzogen. Wer vorher noch unsere Gesellschaft suchte, hatte plötzlich keine Zeit mehr und traf sich lieber mit Anderen. Zuerst waren wir verletzt, wir verstanden es nicht.

Später erkannten wir, dass die Schwingungen nicht mehr zusammenpassten. Akzeptanz und Toleranz funktionieren nur dann, wenn ich selbst mit dem einverstanden bin, was ich tue – wer ich bin. Toleranz kommt vom lateinischen Wort „tolerare“ und es heißt „tragen“. Wenn ich also stark genug bin, etwas zu tragen oder zu ertragen, kann ich mit den Menschen und der Situation umgehen.

Das gilt für uns genauso wie für unser Umfeld. Wir reflektieren immer wieder, was wir tun, wie wir mit unserem Kind und mit unseren Mitmenschen umgehen. Auch da gibt es Zeiten, in denen wir uns zurückziehen und die Kräfte für neue Toleranz sammeln.

Seit wir dank Quantenphysik verinnerlicht haben, wie sich unverstandene Seelen schmerzhaft äußern und verhalten, fühlen wir uns nicht mehr persönlich angegriffen. Wir können akzeptieren, dass jeder auf seinem Weg ist und wir manchmal unterschiedliche Geschwindigkeiten auf der Erkenntnisstraße haben.

Es war ein Gefühl der Erleichterung, Kontakte schrittweise freizugeben. Eine Entscheidung getroffen zu haben und sich gut dabei zu fühlen, war unser Mantra.  Einfach, weil jetzt keine gemeinsame Lebensphase ist. Wer weiß, vielleicht begegnen wir uns wieder und dann schauen wir, wie es uns ergangen ist und wie es uns geht.

Manchmal denke ich an diese Menschen oder träume von ihnen – friedvoll. Wir sind offensichtlich alle miteinander verbunden.

Wir haben neue Freunde und Bekannte gefunden. Wir begegnen einander ganz ohne Erwartungen und jedes Mal mit Neugier. Jedes Treffen bringt uns weiter.