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Keimlinge und Sprossen – einfach mal anfangen

Sprossen und Keimlinge auf unserer Fensterbank

Immer, wenn wir Besuch bekommen, staunen unsere Gäste über die vielen Gläser mit Keimlingen und Sprossen vor unserem breiten, sonnigen Küchenfenster.

Seit mehr als einem halbem Jahr frühstücken mein Mann und ich Sprossensalate. Kein Brot oder Brötchen, kein Müsli, keine Cornflakes. Für Viele ist das unvorstellbar und hört sich gar nicht lecker an. Naja, bei uns hat die Umstellung auch zwei Jahre gedauert. Nach und nach sind wir das unnötige, pappsatte Gefühl nach dem Essen von stärkehaltigen Bäckereiprodukten, Kartoffeln, Nudeln oder Reis losgeworden. Wir empfinden es schon als unangenehm und es liegt uns schwer im Magen. Noch dazu haben wir danach recht schnell wieder Hunger. Schließlich haben die Zellen keine Nährstoffe bekommen und wollen neue Nahrung.

Inzwischen wollen wir auf den morgendlichen Sprossensalat nicht mehr verzichten. Er sättigt gut, macht wach und bringt viel Energie. Wir sind absolut von Geschmack, Inhalt und Wirkung dieser vitalstoffreichen und lebendigen Nahrung überzeugt. Zumal wir uns auch nach Tagesbedarf und Tageslaune unterschiedliche Kräuter und Gewürze hineinmischen können.

Irgendwann hatte ich mal mit einem Keimglas angefangen und Mungbohnenkeimlinge gezogen. Ca. 100 Gramm tat ich in ein Keimglas und übergoss es am Abend mit Filterwasser. Am nächsten Morgen waren die Samen größer und das Wasser leicht grünlich geworden. Ich habe es abgegossen und die Samen so lange gespült, vielleicht 2-3 mal, bis das Wasser klar war. Ab da habe ich die Samen zwei mal pro Tag, also morgens und abends gespült. Immer so nach Gefühl zwei bis vier mal, bis das Wasser jeweils wieder klar war. Mungbohnen keimen schon ziemlich schnell und man darf sie nach 2 Tagen schon essen. Spätestens nach 6 oder 7 Tagen sollte die Portion aber konsumiert sein, weil sie sich dann schon lila verfärben und die ersten Blätter kommen.

Buchweizen hat eine Besonderheit. Hier ist viel Stärke drin und die macht das Wasser nach einer Nacht zu zähflüssigem Schleim. Da muss man also viel länger spülen, bis die Stärke ausgewaschen ist. Auch an den nächsten drei bis vier Tagen ist das so. Jedes Mal ist die Flüssigkeit echt schleimig. Witzig dazu finde ich ja dieses Video hier von Roh-Vegan-Am-Limit.

Nacktgerste enthält Gluten. Auch das trübt das Wasser am Anfang sehr. Hier warte ich auch mindestens vier Tage, bevor wir davon essen. Das Schöne ist, irgendwann entsteht dann schon das hochwertvolle Gerstengras! Das kann dann sogar in den Smoothie :-).

Als Basis für die Salate verwenden wir am liebsten Berglinsen, Kichererbsen, Mungbohnen, grüne Erbsen und alle Linsensorten. Getoppt und verfeinert wird dann mit den Samen von Gerste, Buchweizen, Broccoli, Bockshornklee, Mariendistel und oder Kürbiskernen.

Natürlich kann man auch alle Getreidesorten mal versuchen, wobei ich die Sprossen da schon ziemlich lange wachsen lassen würde, damit da möglichst kein Gluten mehr drin ist. Für unsere selbstgemachten Knäcke nehmen wir zum Beispiel das Einkorn.

Ich habe damals nur ein Keimglas gekauft. Denn auch andere Konservengläser oder die von Kokosöl funktionieren mit dem grünen Abtropfsieb. Dieses Sieb schraube ich von Glas zu Glas, wenn ich spüle.

Ich hoffe, meine Ausführungen helfen Euch ein bisschen weiter und ermutigen Euch, das Ziehen von Sprossen mal selbst zu versuchen.

Schickt mir gern Eure Erfahrungen oder Fragen an: derahaeffekt@freenet.de

Eure Johanna